Ein Drehtag mit Folgen...

Was habe ich am 11. September 2001 gemacht? Also, ich weiß noch, dass ich an dem Tag frei hatte. Warum? Ich hatte - mal wieder - einen Drehtag als Komparse. Bis heute weiß ich nicht mal den Titel des Filmes. Morgens um 8.00 Uhr ging es los. Wir drehten in einer U-Bahn-Haltestelle bzw. U-Bahn ziemlich am Rande von Hamburg. Das Ende der Dreharbeiten war gegen 18.00 Uhr. Dann bin ich direkt nach Hause gefahren, weil den Abend noch eine Party von big spender (ein Förderverein für Aidsprojekte) sein sollte und ich dort als Schwester auftauchen wollte (also Schminkorgie etc.).
Nebenbei lief also Musik von CD. Irgendwann gegen 20.00 Uhr wollte ich dann von CD auf MTV wechseln...Schwarzbild... ich gezappt und dann sah ich erste Bilder. Ich konnte erst gar nicht einordnen, was da auf allen Kanälen lief. Hängengeblieben bin ich dann bei RTL. Ich konnte das im Laufe des Abends/der Nacht alles so gar nicht fassen. Da saß ich also, fertig geschminkt und schaute TV. Schon ziemlich surreal. Naja, ich habe mich dann nebenbei wieder abgeschminkt und habe dann die ganze Nacht TV geschaut.
Ein paar Mal mußte ich wirklich heulen.Viel schlimmer wurde es aber erst in den Tagen danach, wie z.B. bei einem Bericht, wo ein Helfer unter Tränen erzählte, dass er einen Schuh aufgehoben hatte und da steckte dann noch der Fuß drin. Furchtbar!
Ach so, die Party wurde übrigens natürlich auch abgesagt. Und erst später ist mir aufgefallen, das ich mich noch gewundert hatte, warum es so seltsam ruhig auf der Reeperbahn war, als ich nach Hause kam. Ach ja, und dann erinnere ich mich noch, dass mir mitten in der Nacht einfiel, dass Madonna ja den Abend eigentlich in LA auftreten sollte. Dieses wurde ja abgesagt und fand dann einige Tage später statt.
Dann erinnere ich mich noch, dass es einige Tage später eine Gedenkveranstaltung auf dem Hamburger Rathausmarkt gab. Er war hoffnungslos überfüllt. Dort wurden auch an den beiden großen Fahnenmasten zahlreiche Blumen und Kerzen niedergelgt. Die meisten wurden natürlich zur amerikanischen Botschaft an der Alster gebracht. Die Botschaft selber wurde da schon mit Betonblöcken und Panzerfahrzeugen abgeriegelt. Das hat sich übrigens bis heute kaum geändert. Mitten an den Spazierwegen an der Alster auf einmal eine Festung, und dass auch noch 5 Jahre danach. Autoverkehr gibt es dort schon seit dem 11.09.2001 nicht mehr.